KOPERNIKANISCHE ZEITENWENDE

Alles ist offen, nur das Eine nicht

BGE:Open ist der Name einer Reihe von Veranstaltungen, die die Partei Bündnis Grundeinkommen – BGE – gemeinsam mit Unterstützergruppen ausrichtet, voran dem Netzwerk Grundeinkommen. Fast alles ist ziemlich offen, der zeitliche Beginn und das Ende, die Reihenfolge der Experten (lauter Männer am Sonnabend und Sonntag), nur das Eine nicht: Alle wollen das Grundeinkommen und suchen den passenden Weg dahin. In Göttingen haben bis zu 100 Leute in der Freien Waldorfschule die Gelegenheit genutzt, einander persönlich und die Meinung der Anderen kennenzulernen; jedenfalls als Götz Werner seine Meinung dazu sagte, vorher und nachher schrumpfte die Teilnehmerzahl ungefähr auf die Hälfte. Der Buchautor und „Zahnpastaverkäufer“, wie er selbst gelegentlich seine frühere Rolle als außerordentlich erfolgreicher Gründer der Drogeriekette DM bezeichnet, ist seit mehr als einem Jahrzehnt hierzulande der prominenteste Befürworter der Umsteuerung der Wirtschaft – denn das steckt eigentlich hinter der Einführung des Grundeinkommens. Alles ist offen, nur das Eine nicht weiterlesen

Aus dem Mittelalter lernen?

Es hat sicherlich Zeiten in der europäischen Geschichte geben, in denen die Lücke zwischen Arm und Reich nicht so groß gewesen ist wie heute. Interessant an dem hier verlinkten  Text über das „goldene“ Mittelalter, eine „zinsfreie Zeit zwischen dem 12 und 15. Jahrhundert“, sind manche Schilderungen über den Lebensstandard und die Wohlstandsverteilung. Aber die einleitende Darstellung glaube ich einfach nicht: „Ganze 300 Jahre lebten die Menschen ohne Geldsorgen und Arbeitsdruck.“
Auch zu der Zeit gab es meines Wissens böse Herrscher und schreckliche Kriege auf der Welt: Aus dem Mittelalter lernen? weiterlesen

Verteilungspolitik ist Friedenspolitik

Die Drohungen, die über unserem Lebensalltag schweben, sind fast unbegreiflich. Für viele von uns spielt sich die Wirtschaftskrise vorwiegend in den Nachrichten und Kommentaren ab. Wir, die wir kaum Vermögen haben, das sich bei Lehmann und seinen Brüdern in Nichts auflösen kann, verlieren schlimmstenfalls den Arbeitsplatz – aber an diese Sorge sind wir seit den achtziger Jahren gewöhnt. Eben seit sich hier und auf der ganzen Welt die Ideologie durchgesetzt hat, dass nur mit Wachstum der Wirtschaft und vor allem der Gewinne alles gut wird. Kaum einer von denen, die diese Ideologie vertreten, gibt zu, dass genau dieses Denken die Ursache der Krise ist. Verteilungspolitik ist Friedenspolitik weiterlesen

Steinbrück beschwört „Himmels Willen“

Was haben Politiker und Prediger gemeinsam? Sie wollen uns Glauben machen. Manchmal drücken Politiker sogar ganz unwillkürlich aus, wie nahe sie den Predigern stehen. Nehmen wir als Beispiel den deutschen Bundesminister für Finanzen, Per Steinbrück. Er weiß ja, wie Finanzmärkte ticken. Deshalb beteiligt er sich intensiv am Glauben machen, damit die kleinen Sparer, die selbst nicht alles wissen können und darum vieles glauben müssen, keinen Schreck kriegen, wenn sie von der Krise am Finanzmarkt hören oder lesen. Oder wenn sie sehen, dass in London die Kunden einer Bank Schlange stehen, um ihr Geld abzuholen. Steinbrück beschwört „Himmels Willen“ weiterlesen