50. Wochenschau
08.12. - 14.12.
Ausstellung thematisiert Gewalt in Partnerschaften
8.12.2025 -.- bk

Borislav Sajtinac trifft mit seinem Werk „Wanderer vor dem Geschenkemeer“ den aktuellen Nerv der Zeit. Das Karikaturmuseum hat deshalb für den Monat Dezember eine Zeichnung ausgewählt, die als Dauerleihgabe im eigenen Magazin steht und derzeit nicht in den Ausstellungen im Haus im Georgengarten zu sehen ist. Sajtinac wurde 1942 in Serbien geboren und lebt seit vielen Jahren in Paris. 1986 hatte er eine eigene Ausstellung im Deutschen Museum für Karikatur. Die Zeichnung "Der Wanderer vor dem Geschenkemeer" war zum Jahreswechsel 2023/2024 im Museum zu sehen. Sie erinnert nicht zufällig an Caspar David Friedrichs Werk "Der Wanderer über dem Nebelmeer." Den Betrachtenden stellt sich die offene Frage, welches Meer wohl mehr Rätselhaftes birgt.

aktuell: Link auf Präsentationen, die im November vorgestellt worden sind.

Das Recherche-Magazin correctiv sieht in Karikaturen "eine enorm wichtige politische Ausducksform." Die sei aber in Deutschland etwas aus dem Blickfeld geraten, meint die Chefredakteurin des werktäglich im Internet veröffentlichten correctiv-Spotlights, Anette Dowideit. Die Redaktion hat sich vorgenommen, "diese künstlerische Diskussionskultur" wiederzubeleben, "auch deshalb, weil wir in anderen Ländern (siehe USA) gerade sehen: Humor ist das erste, das in zunehmend autoritären Staaten stummgeschaltet wird." Mohamad Anwar stammt aus Ägypten und hat das Land verlassen, weil er als poltischer Cartoonist "das Regime verärgert" habe. Anwar ist correctiv-Redakteur und betreut die neue "Cartoon-Arena. " Fünf Kunstschaffende wollen in dieser Woche am Wettstreit teilnehmen, den correctiv neu ausgeschrieben hat. Das aktuelle Thema ist die Wehrpflicht-Debatte. Am Freitag ruft correctiv seine Leserschaft dazu auf, aus den fünf Karikaturen den eigenen Favoriten auszuwählen.

Den umfangreichen kostenpflichtigen Kommentaren zum deutschen Grundgesetz wird ein neues Kapitel zugefügt. Forschenden schreiben den Text für das Projekt OZUG (Offener Zugang zum Grundgesetz.) Laien können den ersten frei zugänglichen und offen lizenzierten Juristischen Kommentar mit ihren Anmerkungen begleiten. Einer der Initiatoren des Projektes ist Professor Nikolas Eisentraut von der Leibniz Universität Hannover (LUH.) Er bietet eine Einführung in die rechtswissenschaftliche Methodik an, "um die Beteiligten nicht ganz allein mit den juristischen Fachtexten zu lassen." Anmeldungen können noch bis Ende Dezember 2025 per Mail an eisentraut ett dzhw.eu gerichtet werden. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das Vorhaben bis August 2026 mit rund 290.000 Euro. In der "Nacht, die Wissen schafft," gibt die Leibniz Universität Hannover (LUH) am Sonnabend, 8. November, von 17 bis 23 Uhr in 289 Veranstaltungen einen umfassenden Einblick in ihre Forschungsarbeit; das Projekt OZUG wird im Lichthof vom Welfenschloss vorgestellt.