Zwei Wissenschaftler stellen Theorien zur Finanzierung des Grundeinkommens vor

Boden und Arbeit: Wo der Markt versagt

Die Wissenschaftler André Presse und Ulrich Schachtschneider haben bei der BGE-OPEN in Göttingen Forschungsergebnisse und Theorien über die Finanzierung des Grundeinkommens erklärt. Presse bevorzugt den Weg zur „Konsumsteuer“, die einheitlich auf Produkte und Dienstleistungen erhoben werden soll und nach und nach alle offenen und versteckten Steuern und Sozialabgaben ersetzt. Er hält es für erforderlich, Wirtschaftswissenschaft „neu zu denken.“ Schachtschneider plädiert  auf dem Weg zum Grundeinkommen eher dafür, ökologische Stellschrauben zu drehen. Er nennt es eine „sozialökonomische Transformation“. Presse ist ein Schüler von Götz Werner, der seine Doktorarbeit zum Grundeinkommen betreut hat. Nach seiner Meinung dürfen Boden und Arbeit nicht als auf dem Markt handelbare Werte gesehen werden – Boden weil er nicht vom Menschen hergestellt und beliebig vermehrt werden kann, und Arbeit sowieso nicht, die übrigens „rechtshistorisch nach dem Mietrecht für Sklaven“ geregelt sei. Eine öffentliche Debatte über das Bodenrecht, hat die Süddeutsche Zeitung in der Ausgabe am 1. September 2017 angeregt. Die Autorin Laura Weissmüller zitiert aus „einem schlanken Aufsatz“ des vormaligen Münchner Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel, der schon 1972 entschieden für die Besteuerung von Boden eingetreten ist. „Als Bewusstseinswandel ist es vielleicht nur vergleichbar mit der Ächtung der Sklaverei“, heißt es in dem Zeitungsartikel zur Umsteuerung der Bodenpolitik mit der in vielerlei Hinsicht treffenden Überschrift: „Mit Füßen getreten.“

Veröffentlicht von

Bernd

Jahrgang 1948, verheiratet, keine Kinder; Ehrenämter als Jugend-Fussballtrainer (vor 1975) und Gewerkschafter in der IG Medien und in ver.di, als Präsidiumsmitglied in der Gründungsphase von 2000 bis 2006 in Niedersachsen/Bremen. Rentner seit 2005, zuvor Berufserfahrung als Vollzeit-Betriebsrat im Zeitungsverlag, als Lokalredakteur im selben Verlag, und -vor 1974- als Bühnenmaschinist bei Staatstheater Hannover, Waldarbeiter, Milchauslieferer (morgens von 4 bis 10 Uhr), Minicarfahrer, Autoverkäufer, davor Lehre als Industriekaufmann bei der Hanomag in Hannover, davor Mittlere Reife an der Gerhart-Hauptmann-Schule, während der Schulzeit Kinderarbeit im Kiosk der Mutter (Jahrgang 1927), die alleinerziehend vier Kinder großgezogen hat - mit Hilfe ihrer Mutter (Jahrgang 1898), die in zwei Kriegen traumatisiert worden ist.

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