Das garantierte Grundeinkommen wird kommen, weil…

In Gesprächen mit ungefähr gleich alten Menschen können Gesundheitsfragen und der Rückblick auf die „gute alte Zeit“ schon mal breiten Raum einnehmen. Beides will ich hier jetzt ausblenden und auf die Zukunft blicken, was bekanntlich mit gewissen Unsicherheiten verbunden ist. In einer Frage gewinne ich – langsam aber sicher – eine ziemlich feste Meinung: Es wird in absehbarer Zeit ein garantiertes Grundeinkommen für alle geben. Warum das nahezu unausweichlich ist, erklärt der Chef der GLS-Bank (bei der ich mein Konto habe) in diesem 4:42 Minuten langen Video-Beitrag auf dieser Internetseite:

https://blog.gls.de/allgemein/bedingungsloses-grundeinkommen-wir-koennen-jeden-versorgen/

Ob das wirklich gut gelingt mit dem Grundeinkommen und wie lange es dauert, ist natürlich noch ein weiter und schwieriger Weg. Ein Meilenstein dafür ist eine sehr gründliche öffentliche Debatte, die kann gar nicht breit genug angesetzt werden. Wir sollten uns alle beteiligen und sagen, wie wir uns die Ausgestaltung  vorstellen.
Zu diesem Zweck hat sich eine „Ein-Themen-Partei“ gebildet. Sie will soviel Stimmen bekommen, dass es unausweichlich wird, dieses Thema in allen Parteien und Medien seriös zu diskutieren.
Für die Bundestagswahl hat diese Parteil pünktlich die notwendige Zahl von Unterstützer-Unterschriften sammeln können. Für die vorgezogene Niedersachsen-Wahl müssen 2000 Unterschriften bis zum 9. September 2017 vorliegen, die übrigens vor der Abgabe amtlich auch noch auf ihre Gültigkeit geprüft sein müssen. Also strebt die Partei an, bis Ende August die erforderliche Zahl zu sammeln.
Ich unterstütze das Anliegen, deshalb unterschreibe ich. Ob ich die Partei wählen werde, mit einer oder zwei Stimmen, entscheide ich kurz vor der Wahl. Aber ich möchte in Bund und Land die Möglichkeit dazu haben und hoffe, dass ihr das genauso seht.
Deshalb bitte ich euch, die Unterschrift zur Unterstützung möglichst bald abzugeben und vielleicht sogar in der eigenen Familie und dem eigenen Freundeskreis dafür zu werden. Das Formblatt dafür ist hier und diese Datei erklärt den Hintergrund.
Ach ja, warum soll es eigentlich das Grundeinkommen geben? Es gibt naheliegende Einwände gegen die Idee, für alle Menschen im Land ein garantiertes Einkommen zu beschliessen –
  • manche sagen: ist unbezahlbar,
  • andere sagen: dann arbeitet keiner mehr,
  • und sehr bedenkenswert ist  die Meinung: das ist unsozial, wenn zugleich die gezielte soziale Hilfe abgeschafft und unzureichend pauschal ersetzt werden soll.
Dagegen meine ich,  mit dem Grundeinkommen wird es möglich –
  • Erziehung, Pflege und jegliches Ehrenamt sowie Kulturarbeit ohne Not zu leisten; dies alles wird künftig die angemessene Wertschätzung erfahren, gleichgestellt mit Erwerbsarbeit
  • Arbeit abzulehnen, für die eine Bezahlung unterhalb der Existenzsicherung angeboten wird
  • Zwei absehbare Probleme zu lösen, die mit Demografie und Digitalisierung zusammenhängen: trotz Mangel an Arbeitsplätzen die soziale Sicherheit zu gestalten, zur Wahrung des gesellschaftlichen Friedens.

Dass es möglich wird, heißt nicht, dass es gelingen muss. Bei näherer Betrachtung tauchen viele Fragen auf, die nur mit reiflicher Überlegung zu beantworten sind.

Das genau ist Sinn der Stimmabgabe für das Bündnis Grundeinkommen:

Die öffentliche Debatte muss geführt werden – jetzt!

Hannover, 25. August 2017; Autor: Bernd Kirchhof

 

Veröffentlicht von

Bernd

Jahrgang 1948, verheiratet, keine Kinder; Ehrenämter als Jugend-Fussballtrainer (vor 1975) und Gewerkschafter in der IG Medien und in ver.di, als Präsidiumsmitglied in der Gründungsphase von 2000 bis 2006 in Niedersachsen/Bremen. Rentner seit 2005, zuvor Berufserfahrung als Vollzeit-Betriebsrat im Zeitungsverlag, als Lokalredakteur im selben Verlag, und -vor 1974- als Bühnenmaschinist bei Staatstheater Hannover, Waldarbeiter, Milchauslieferer (morgens von 4 bis 10 Uhr), Minicarfahrer, Autoverkäufer, davor Lehre als Industriekaufmann bei der Hanomag in Hannover, davor Mittlere Reife an der Gerhart-Hauptmann-Schule, während der Schulzeit Kinderarbeit im Kiosk der Mutter (Jahrgang 1927), die alleinerziehend vier Kinder großgezogen hat - mit Hilfe ihrer Mutter (Jahrgang 1898), die in zwei Kriegen traumatisiert worden ist.

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